Villingen-Schwenningen, 09.09.2026
Demenz-Café: In der Welt des Vergessens
Das Demenz-Café in der Seniorenresidenz Am Kaiserring widmete sich diesmal dem Thema „Demenz – In der Welt des Vergessens“. Das Projekt wird gemeinsam von der Seniorenresidenz Am Kaiserring und dem Villinger Bündnis für Familie und Senioren e.V. organisiert und bietet regelmäßig die Möglichkeit zum Austausch sowie zur Information rund um das Thema Demenz.
Im Mittelpunkt stand zunächst die Frage, was sich hinter den Begriffen Demenz und Alzheimer verbirgt. Beide werden häufig gleichgesetzt, dabei ist Demenz ein Oberbegriff für zahlreiche unterschiedliche Krankheitsbilder. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form.
Bei einer Demenzerkrankung können unter anderem Gedächtnis, Orientierung, Sprache und Wahrnehmung zunehmend beeinträchtigt werden. Neben Alzheimer gibt es weitere Formen wie vaskuläre Demenzen, Mischformen, die Demenz mit Lewy-Körperchen oder frontotemporale Demenzen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass nicht jede Vergesslichkeit automatisch auf eine Demenz hinweist. Eine verlässliche Diagnose kann nur ärztlich gestellt werden.
Eine frühzeitige Abklärung ist dennoch wichtig. Zwar sind demenzielle Erkrankungen bislang nicht heilbar, doch medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien können dazu beitragen, den Verlauf zu beeinflussen und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Gerade in einem frühen Stadium bestehen gute Möglichkeiten, Betroffene gezielt zu unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Situation der Angehörigen. Eine Demenzerkrankung verändert nicht nur das Leben der erkrankten Person, sondern auch das ihres Umfelds. Ein vertrauter und möglichst strukturierter Alltag kann dabei Sicherheit und Orientierung geben. Ebenso wichtig ist es, vorhandene Fähigkeiten zu fördern und Menschen mit Demenz weiterhin in vertraute Tätigkeiten einzubeziehen.
Besonders thematisiert wurde die sogenannte Validation. Dabei geht es darum, die Gefühle und die persönliche Wirklichkeit von Menschen mit Demenz ernst zu nehmen, anstatt sie ständig zu korrigieren. Äußert eine betroffene Person beispielsweise den Wunsch, zu ihrer bereits verstorbenen Mutter nach Hause zu gehen, kann eine sachliche Korrektur Trauer und Verunsicherung auslösen. Hilfreicher ist es, das dahinterliegende Gefühl aufzugreifen und etwa nach der Mutter oder gemeinsamen Erinnerungen zu fragen.
Auch die Art der Kommunikation spielt eine wichtige Rolle. Kurze und verständliche Sätze, Blickkontakt auf Augenhöhe und ein ruhiges Sprechtempo erleichtern das Miteinander. Menschen mit Demenz benötigen häufig mehr Zeit, um eine Frage zu verarbeiten und darauf zu antworten. Hier kann die sogenannte Zehn-Sekunden-Regel helfen: Nach einer Frage wird bewusst gewartet, bevor erneut gesprochen oder nachgefragt wird.
Ständiges Korrigieren, Diskutieren oder Überfordern sollte möglichst vermieden werden. Stattdessen helfen Geduld, Freundlichkeit und eine wertschätzende Ansprache. Entscheidend ist, den Menschen mit seinen Gefühlen, Bedürfnissen und seiner persönlichen Lebensgeschichte wahrzunehmen.
Zum Abschluss wurde deutlich, dass Wissen und Verständnis wesentlich dazu beitragen können, Menschen mit Demenz sicher und respektvoll zu begleiten. Auch wenn Erinnerungen zunehmend verblassen, bleiben Bedürfnisse nach Nähe, Wertschätzung, Geborgenheit und Würde bestehen.
Das nächste Demenz-Café findet am 09.12.2026 um 16.00 Uhr unter dem Thema „Herausforderung Demenz“ statt. Bitte melden Sie sich in der Verwaltung der Seniorenresidenz Am Kaiserring per Mail unter villingen@betreuung-und-pflege.de oder telefonisch unter 07721 887 0 an.
